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Sport-Stammtisch (30. April)

Die einen schwärmen von William und Kate, die anderen von Manu(el) und ManU. Ich schwärme für Messi.
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ManU mag ich nicht. Weder den Stil auf dem Platz noch den des »Sirs« auf der Bank. Ob Ferguson von der Queen geadelt wurde, weil er sein Kaugummi so unglaublich prollig zermalmt? Dagegen kaut Kahn fast vornehm!
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Wer ManU nicht mag, ist einsam. Selbst ein Freund rümpft die Nase, denn für ihn kommt Manchester gleich nach der Eintracht, und das will bei ihm was heißen. Ach ja, unser Henni: Hat einen zum Rumkugeln schönen Werbespot für die Frauen-WM gedreht (mit Charly Körbel; zu googeln: youtube und gkWiS) und dafür den Deutschen Onlinepreis gewonnen. Bravo!
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Ja, klar, nicht nur Messis, auch Neuers Leistung war zum Schwärmen. Vor allem den genialen Bogenball von Rooney gleich zu Beginn hätte wohl kein anderer Torwart gehalten. Dann schoss ManU Manu richtig warm, und solch ein Dauerbeschuss baut auf. Sogar Oka Nikolov – mit Verlaub: ein Durchschnittskeeper – hielt einst in München bei ähnlichem Verlauf, als käme er von einem anderen Fußball-Stern.
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Dennoch: Neuer und Messi, das ist schon keine Weltklasse mehr, sondern »hors categorie«. Außergewöhnliche Einzelkönner garantieren im Fußball aber noch keine Siege, vor allem, wenn man Spieler wie den armen Sarpei vor oder Trainer wie den bizarren Maradona hinter sich hat.
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Englands größter Horror: WM-Spiel gegen Deutschland, Elfmeterschießen – und im deutschen Tor steht … Neuer! Um England diesen Albtraum zu ersparen und um den Fairness-Gedanken zu stärken, setzt sich eine neue Gruppierung namens FGP für eine Regeländerung ein. FGP steht nicht für »Freie Germanische Partei«, sondern für »Fußball-Gleichberechtigungs-Projekt«. Einziger Satzungspunkt: Bei Elfmeterschießen zwischen England und Deutschland muss Neuer ins englische Tor.
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Die andere, noch nicht existierende FGP (aber wenn die Parteien so weitermachen…) würde mit unserem Eiskunst-Traumpaar fremdeln: Aljona Sawtschenko/Robin Szolkowy. Das lassen wir uns silbensanft auf der Zunge zergehen: Al-jo-na-Sawt-schen-ko-Ro-bin-Szol-ko-wy. Herrlich.
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Der ruhige, gelassene, mutterwitzige Szolkowy scheint gar nicht in das exaltierte Metier zu passen und ist, obwohl Sohn eines tansanischen Arztes, der einzige »richtige« Deutsche von den dreien: Seine Partnerin stammt aus der Ukraine (Einbürgerungsgrund: Eiskunstlauf), Trainer Steuer aus Stasiland.
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Das Paar lief eine Traumkür, perfekt synchron, wie am selben Tag DAX und Benzinpreis ihr Drei-Jahres-Hoch erreichten. Oder wie ARD und ZDF gestern ein und dasselbe Ereignis mit ein und demselben Bild übertrugen.
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Nicht so richtig synchron läuft’s dagegen bei den Bayern mit ihrem Kapitänchen Lahm und Co-Chefchen Schweinsteiger. Dem platzte jetzt in einer Pressekonferenz das Krägelchen: »Ich bin kein Chefchen. Jeder hört in der Kabine auf das, was ich sage.« So spricht leider nur ein … Chefchen.
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Und dann gibt es ja heute noch einen richtig schönen, runden Bundesliga-Spieltag, ohne den Sonntags-Nachschlag. Das verdanken wir den 1.-Mai-Chaoten beziehungsweise der Angst vor ihnen.
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Es gibt drei Formen von 1.-Mai-Exzessen: Gewalt gegen Sachen (gerne Autos), Menschen (am liebsten Polizisten) und gegen sich selbst (Koma-Saufen). Zu Nummer eins und zwei äußere ich mich lieber nicht, sonst wird mir noch die FGP-Mitgliedschaft angetragen. Zum Koma-Saufen: Das hat Tradition, schon Alexander der Große soff wie ein Loch. Bei einem Gelage an seinem Hof trank sein bester Kumpel zwischen zehn und 15 Liter Wein und gewann damit den Trinkwettbewerb – zu Ehren eines indischen Weisen! Warnung an alle Trinkwettkämpfer: Auf den Plätzen hinter dem Sieger lagen einige Inder. Sie lagen für immer. (gw)

Baumhausbeichte - Novelle