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Ohne weitere Worte

»Muss Robert denn so eine Hatz machen bei einer Kirchturmrallye? Nein! Es macht keinen Sinn, für so etwas seinen Job und sein Leben zu riskieren. Ich war selbst mal so blöd und habe mich beim Traktor fahren aufs nicht vorhandene Dach gelegt und mir fünf Rippen gebrochen. Gut, ich dachte nicht, dass man sich mit einem Traktor überschlagen kann. Kann man aber.« (Niki Lauda im BamS-Interview zum Kubica-Unfall)
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Ihre Fleischwarenfabrik in Nürnberg führt inzwischen ihr Sohn. Gibt es da eigentlich einen Betriebsrat? – »Nein, wir brauchen keine Gewerkschafter. (…) In mittelständischen Firmen sollte der Chef der oberste Gewerkschafter sein. Ein Patron, der für seine Leute sorgt. Genau das ist meine Rolle.« (Uli Hoeneß im Welt-Interview)
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Caio (schlüpft) perfekt in die Rolle eines mittelmäßig begabten Schwimmbadfußballers. Selbstverliebt, effekthaschend, unbeweglich und völlig unproduktiv. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Als Amerell aussagt, »dass unser Verhältnis einvernehmlich war«, platzt Kempter-Anwalt Christoph Schickhardt der Kragen: »Wir sind hier nicht bei Amerells Märchenstunden. Sie haben das ja mit mehreren Schiris gemacht. Haben die anderen 20-Jährigen sich etwa alle in einen 60-Jährigen verliebt? Ich bin 55 Jahre und von mir will keine 20-Jährige was. Leider.« (Bild-Zeitung)
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Es geht in unserem Gebührenfernsehen (…) in Ermangelung an Stil, Humor und Vertrauen in die Zuschauer wenig um Sprache. Es geht stattdessen um eine Art Gott, und es ist dies der Gott des emotionalen Augenblicks. Es ist die inzwischen quasi pornographische Anbetung des einen, großen, bitte absolut geilen Moments, der ins Bild muss – und heute können wir sagen: Koste es, was es wolle, zum Beispiel die Würde einer Frau wie Monica Lierhaus. (Alexander Gorkow in der Süddeutschen Zeitung)
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»Kohl konnte mir vertrauen. Er wusste, dass ich ihn nicht hintergehen würde. In meiner überheblichen Art habe ich manchmal gesagt: Ich mache das so, wie er entscheiden würde, wenn er es verstehen würde.« (Wolfgang Schäuble im Zeit-Interview)
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Es ist mutig und modern, im Jahr 2011 für eine Frauenquote in Deutschland zu sein. In etwa so mutig und modern, wie ein Bekenntnis zu flächendeckender Kariesvorsorge oder Weltfrieden. (…) Auf diesem allgemeinen Einverständnis aufbauend, ist die Frauenquote für die politisch korrekte Latte-macchiato-Bourgeoisie nun so eine Art »Kuschelrock«-CD unter den Debatten geworden: Ein Wohlfühl-Thema, wie die Grünen eine Wohlfühl-Partei sind: irgendwie nett, Hauptsache, alles ist klimaneutral fair gehandelt. (Thomas Tuma im Spiegel) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle