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Ohne weitere Worte

»Schon ein paarmal standen Männer vor meiner Tür und glaubten, ich würde sie heiraten wollen.« (Magdalena Neuner im Stern-Interview)
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Gescheitert ist er an völlig überzogenen Erwartungen des Umfeldes. (…) Doch es war kein Heilsbringer gekommen, sondern ein einfacher, schüchterner, eher naiver Junge, der staunend und mit großen Augen im Grunde lange Zeit gar nicht wusste, was in der Bundesliga für ein Fußball gespielt wird. (Frankfurter Rundschau über Caio)
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»Die Spieler haben einen zu hohen Lebensstandard. Sie fahren die besten Autos, sie haben alles gepumpt und geleast und wissen nicht mehr, was sie wo abbezahlen müssen. Sie haben Playmates als Freundinnen – sie leben überdimensional. Und sind teils falsch beraten. Sie zocken im Internet mit Aktien und Online-Spielen. Hauptsache, etwas tun.« (Harald Schips, Finanzkaufmann, in Sport-Bild unter der Überschrift »30 Prozent der Spieler sind pleite«)
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»Wenn der Euro jetzt stirbt und nichts mehr geht, dann gehe ich mit meiner Akkustikgitarre an ein Lagerfeuer, an dem ein paar Überlebende hocken, und sage: ›Ich spiele euch VERDAMMT, ICH LIEB DICH, wenn ich dafür ein Bier und Würstchen bekomme.‹ Das wird klappen, ich schwöre es.« (Matthias Reim nach seiner Privat-Insolvenz im SZ-»Geld«-Interview)
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Günter Breitzke ist so ein Fall. Der ehemalige Mittelfeldspieler holte mit Borussia Dortmund 1989 den DFB-Pokal. Bis 1995 war er ein typischer Profi mit großen Autos und teuren Klamotten. Heute lebt er von Hartz IV. (Sport-Bild)
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»Nicht das Erzählte reicht, sondern das Erreichte zählt« (Audi-Chef Rupert Stadler im Spiegel zu Ankündigungen der Konkurrenz)
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Werders ehemaliger Meisterstürmer Ailton (37) steht am Rande des Finanz-Kollaps. Zu Top-Zeiten investierte er allein in Klamotten 100 000 Euro pro Monat. Marcelinho (35), der als Spielmacher u. a. bei Hertha BSC und in Wolfsburg Millionen kassierte, kann in Brasilien Rechnungen nicht mehr begleichen. (Sport-Bild)
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Zu den großen Defiziten Helmut Kohls zählt sein Sohn die Unfähigkeit, persönlich über familiäre Dinge zu sprechen. Die Nachricht vom Tod der Mutter ließ er seinen Söhnen von seiner Büroleiterin übermitteln. (Frankfurter Rundschau zum Buch »Leben oder gelebt werden« von Walter Kohl )
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»Unser Vater spielte nur mit uns, wenn es von Pressefotografen für eine Homestory gewünscht wurde.« (Walter Kohl, zitiert in der SZ)
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Die nicht gerade fleischarme französische Küche wurde gerade zum Welterbe erklärt. – »Nehmen wir an, ein französischer Künstler würde sagen: ›Lassen Sie mich Ihnen etwas Wunderschönes zeigen: Ich werde öffentlich ein Ferkel ohne Betäubung kastrieren. Sie müssen sich den Klang des quiekenden Schweines einfach anhören, es ist umwerfend!‹ Der Künstler würde sofort im Gefängnis landen (…) Beim Essen aber sind wir bereit, eine komplette Ausnahme von den ethischen Grundsätzen zu machen. (»Tiere essen«-Autor Jonathan Safran Foer im SZ-Interview)
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»Wer keine gefestigte Persönlichkeit besitzt, sucht Menschen, auf die er hinabschauen kann. Früher waren das vor allem die Juden Heute greifen in der Causa Sarrazin (Anm.: Thilo) ähnliche Mechanismen.« (Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Und weil jetzt mit der Schule erst mal Schluss ist, hat Verteidigungsminister Guttenberg der strengen Frau Sarrazin (Anm.: Ursula) das Kommando der »Gorch Fock« angeboten. (»Zippert zappt«/Welt) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle