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Ohne weitere Worte

»Ich ziehe einfach an, was mir gefällt. Stellen Sie sich vor, ich müsste in die Requisite und bekäme Waldemar Hartmanns Hemd. Den Geruch krieg ich nie wieder weg!« (Mehmet Scholl / aus: »Zitate 2010« im Spiegel)
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Bastian Schweinsteiger (…) ließ Özil im wichtigen WM-Qualifikationsspiel in Russland immer wieder links liegen, so auffällig und so häufig, dass Joachim Löw an der Linie tobte. Unter elf Freunden sind immer auch ein paar Konkurrenten. (Stern)
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Was sagt Mehmet Scholl zu Sarrazin? Nichts. Und das ist gut so! Die meisten Deutschen mit türkischer Familiengeschichte beteiligen sich an der Integrationsdebatte nicht. Sie sind schon integriert. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Es ist klar, dass Michael Ballack, der räudige alte Piratenkapitän, in dieser Mannschaft nichts mehr zu melden hat. Ballack hatte seine Mannschaft auf offenem Deck zusammengebrüllt und bei Sturm in die Takelage gejagt. Die Fußballer neuer Art stehen, kaum dass Schlacht und Sturm vorbei sind, für Züchtigungen nicht mehr zur Verfügung. (Die Zeit)
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Für einen Mehmet-Scholl-Türken stellt sich nicht die Frage, ob Merkel oder Erdogan, Deutschland oder die Türkei, sondern VfB Stuttgart oder Werder Bremen, Riester-Rente oder Bausparvertrag. (…) Kurzum: Mehmet-Scholl-Türken sind nicht selten deutscher als die Deutschen. (FAZ)
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Sie haben schon seismografisch genau wahrgenommen, dass es da keine Rückendeckung für Sie gab? – »Das habe ich sehr wohl wahrgenommen. Das hat auch was mit Vertrauen zu tun.« – Ist es möglich, dieses Vertrauensverhältnis mit Löw wieder hinzubekommen? – »Das muss man dann sehen.« (Michael Ballack im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Was unterschied Sie damals Anfang der siebziger Jahre von den ambitionierten Krautrockern? – »Meine kessen Sprüche, denn ein paar Jokes müssen sein. Das unterschied mich von den Guru Gurus und Popul Vuhs, von den ganzen langen Gesichtern, von den Wichtigtuern und Jesuslatschen.« (Udo Lindenberg in der KulturSpiegel-Interviewserie »Mit 17 hat man noch Träume«)
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Man hat so ein Gefühl, dass der Bundestrainer das aussitzen will und womöglich hofft, dass sich das Problem von selbst löst (…). – »Ich bin ja schon lange dabei, und ich habe einiges erlebt, wie Spieler neben mir behandelt wurden.« – Sie denken da an Oliver Kahn und Torsten Frings? – »Ich nenne keine Namen. Das ist das Profigeschäft.« (Ballack/FR)
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Karl-Theodor zu Guttenberg ist der Joachim Löw der Politik. Bei Frontbesuchen am Hindukusch macht der Bundesverteidigungsminister stilistisch betrachtet mindestens eine so gute Figur wie der Fußballnationaltrainer am Spielfeldrand. (…) Guttenberg hat geschafft, was sonst nur Außenministern gelingt, wenn sie nicht gerade Guido Westerwelle heißen: Er ist populär. (Süddeutsche Zeitung)
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»Worte formen wie Kaugummi. Ich sah da nie ein Limit und wusste, mit Sprache kann man alles machen. Unsere Sprache klingt ja auch sehr schön. Mit Sätzen jonglieren ist toll.« (Lindenberg/KulturSpiegel) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle