Ohne weitere Worte
Sie wollen den Leuten da draußen zeigen, dass in Kanada nicht nur selbstvergessene Holzfäller und ungewaschene Schrammelrocker und sensible Slampoeten und hedonistische Kiffer und akkurate Mülltrenner leben. Sie wollen die Medaillenwertung gewinnen. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung)
Wo sind die Deutschen? Schnell zu finden, oben im Medaillenspiegel (…) Abgeräumt beim Rodeln, zugeschaut bei fast allem, was der Jugend so Spaß macht. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
Der Medaillenspiegel ist die reine Gestalt des Sports, er ist bloße Performance (…) Die Zahlen wirken wie Hinweise auf die geheimen Rituale einer Priesterkaste. Interessante Fragestellung: Was werden die Menschen der Zukunft einmal über uns sagen, wenn sie feststellen, dass unsere Götter zwei wabbelige Männer in Glitschanzügen waren, die sich aufeinanderschnallten, um in einem vereisten Rohr ins Tal zu schießen. (Georg Diez im SZ-Magazin)
Ihr Klingelschild hat sie abmontieren lasssen. Mit ihrer Oma Dora wohnt sie unter einem Dach, ihre engste Vertraute ist ihre Cousine, der neue Freund stammt aus dem Dorf, eine Jugendliebe, es heißt, er spiele in der Blaskapelle Klarinette. »Wallgau ist ein Lebensgefühl«, sagt Neuner. »Wenn ich auf einem Fest bin, wo geschuhplattelt wird, finde ich das toll.« (Der Stern)
Sie sind kein bekifftes, torkelndes Mädchen. Für mich sind Sie Deutschlands Superstar, normal, wunderbar, hübsch, blaue Augen, nicht affig, ländlich, Deutschland. (…) Magdalena, bleib schön und rein in Deinen bayerischen Bergen. (»Post von Wagner« in »Bild«)
Der Zauber maroder Pissoirs, verbrannter Bratwürste und die Trauer um die schönen alten Stadionnamen haben sich überlebt. Aus dem Protest gegen die Commerzbank-Arenen dieser Welt lasse sich kein Monatsheft machen, meint Philipp Köster. »Mir hat neulich ein junges Mädchen gesagt: ›Auch wenn das HSV-Stadion jetzt HSH Nordbank Arena heißt, für mich bleibt es immer die AOL Arena.‹ Zu jung, um dem Volksparkstadion nachzuweinen. (Die Zeit / Köster ist Mitbegründer des Fußballmagazins »11 Freunde«).
Bei meinem Treffen mit Michael Meier hatte ich keinen Wutauftritt. (Riesige Schlagzeile einer seitengroßen Gegendarstellung von Lukas Podolski im Express)
Was soll man denn in einem gottverlassenen Ort wie Hannover sonst machen außer sich zu betrinken? Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, muss Hannover den Führerschein abgeben, sein Amt als Landeshauptstadt niederlegen und anschließend zum Idiotentest. (»Zippert zappt« in der Welt) (gw)
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