Archiv für November 2009
Ohne weitere Worte
Rummenigge und Nerlinger. Können SIE Hoeneß? (BamS-Schlagzeile)
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Zum Mia-san-mia-Gefühl des FC Bayern der Vergangenheit gehörte es, Mannschaften aus Israel und anderen Fußballentwicklungsländern unter dem Sammelbegriff »Barfuß Jerusalem« einzuordnen und sie dann mit einer 5:0-Packung heimzuschicken. Heute ist es anders (…) – da ist so ein 1:0 gegen Barfuß Haifa schon mal eine ganz feine Sache. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung)
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Die Griechen halten sich für ein brillantes und talentiertes Volk, das mit wenig Mühe viel erreichen kann. Wenn aber Rehhagel seine Mannschaft mit fünf Verteidigern aufstellt (…), ist es, als ob er den Fans und Journalisten den Spiegel vorhält: Dass sie als Volk kein besonderes Talent haben und dafür rackern, schuften und zusammenhalten müssen, um zum Erfolg zu kommen. (Griechenland Zeitung)
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Bis zur Winterpause spielen die Bayern nur noch gegen Barfuß Hannover, Barfuß Mönchengladbach, Barfuß Bochum und Plattfuß Berlin. (Gertz/SZ)
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Ein Wettskandal von gigantischen Ausmaßen erschüttert die Fußballwelt. Angeblich ist die Erste Bundesliga nicht betroffen, wobei die Aufklärung erst ganz am Anfang ist. Ob die Verpflichtung von Louis van Gaal nicht Teil eines großen Manipulationsversuchs war, muss sich noch zeigen. Die Bayern haben jedenfalls unter dem holländischen Trainer einige sehr merkwürdige Spiele bestritten. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Bei den Bayern spielen Lahm und Badstuber, Klose und Ottl, Gomez und Müller; junge Männer, sensible Männer, die man problemlos ins Fernsehen stellen kann, ohne befürchten zu müssen, dass sie sich lächerlich machen. Es ist eine andere Generation als die von Matthäus und Effenberg, bei denen man die Garantie hatte, dass sie sich lächerlich machen mit ihrem neureichen Geprolle (…). Aber als Leitwölfe waren sie perfekt, sie waren sehr von sich überzeugt. (Gertz/SZ)
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Ist van Bommel ein Leitwolf, ein Leidwolf oder ein Lightwolf? (Gertz /SZ)
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Man muss kein ausgewiesener Freund des wenig erfolgreichen Fußballlehrers aus Amsterdam sein, um zu verstehen, dass es so nicht weitergehen konnte. So lange van Gaal das Sagen in München hat, setzt Toni jedenfalls keinen Fuß mehr in den gegnerischen Strafraum. (Frankfurter Rundschau am Samstag)
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Sie sind vor fünf Jahren Opfer von Wettbetrügern geworden. Denken Sie häufig daran? – »(…) Gerade im Moment rufen viele Freunde an und sagen: ›Mensch, Klaus, wo wärst du heute ohne Hoyzer?‹« – Wo wären Sie heute ohne Hoyzer? – »Bei Bayern München.« – Im Ernst? – »Ja. Wir waren in konkreten Verhandlungen.« (Klaus Toppmöller im Zeit-Interview)
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»Das wäre so, als zöge Angela Merkel jetzt mit einem Sechzehnjährigen herum.« (Hellmuth Karasek in der FAS über Franz Müntefering/69 und Freundin Michelle)
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Sowohl der neue EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy als auch die EU-Außenhochkommissarin Catherine Ashton entsprechen phänotypisch jenen Vorurteilen, die man über Menschen aus Belgien und Großbritannien haben kann, wenn man vorurteilsbeladen ist. (Kurt Kister im SZ-Wochenende)
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Und wer ist das nicht? Wer zum Beispiel hat noch nie beim Anblick der Gattin des Prinzen von Wales an ein Pferd gedacht? (Kister/SZ-Wochenende)
»Ich habe eine sehr schöne, junge Tochter, Wenn ich mir vorstelle, dass ein Mann meines Alters bei ihr landen würde – ekelhaft.« (Karasek/75/FAS)
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Und wer würde abstreiten, dass es in der europäischen Ästhetikrezeption stets einen starken Strang gab, der nach den Verbindungen des Hippologischen und der britischen Weiblichkeit forschte? (Kister/SZ-Wochenende)
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Und da ist da noch die Sache mit Franck Riberys Zähnen. (…) »Der Zahnarzt hat ihm vier, fünf Zähne gerichtet, und wissen Sie was? In einem steckte noch ein fünf Jahre altes Stück von einem Bohrer und im anderen ein alter Tampon«, sagt Hoeneß. Er nickt triumphierend, als wäre die Wende geschafft. (Stern)
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Auf der Insel findet das Großzähnige einen günstigen Nährboden. So wie die Habsburger an ihrer berühmten Unterlippe zu erkennen sind und waren, findet man gerade bei Damen in britischen Herrenhäusern immer wieder jene Mimik, jenes Lachen, die den Älteren unter uns noch aus der Fernsehserie Fury bekannt sind. (Kister/ SZ-Wochenende) (gw)
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gw am
30. November 2009 .
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Montagsthemen
In Hoffenheim wurde »gerudelt« (ZDF-Poschmann): Schöne Neuschöpfung eines Tätigkeitswortes für den hässlichen Regel-Tatbestand der Rudelbildung. Auf und neben dem Spielfeld herrschte fast schon Pogromstimmung, also Bereitschaft zu organisierter Gewalttätigkeit gegen Mitglieder andersartiger Gruppierungen. Spieler gingen sich an die Gurgel, Zuschauer waren gegenüber einem zum Hassobjekt deformierten Menschen zu jeglicher Form von Verbalmord bereit, es herrschte eine Atmosphäre, die genau das Gegenteil von dem war, was betroffenheitstriefende deutschlandweite Trauerrhetorik nach Robert Enkes Tod angemahnt hatte.
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Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp ist ein erfolgreicher Mann, hat offenbar ein breites psychisches Kreuz und scheint seelisch immun gegen den Hass, der ihm entgegenschlägt. Doch wer weiß das schon so genau? Die Fassungslosigkeit über Enkes Tod war in der Öffentlichkeit gerade wegen der nie für möglich gehaltenen Tat so viel größer als im engsten Umfeld des tragischen Torwarts, das jahrelang gehegte schlimmste Befürchtungen bestätigt fand.
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Nun hat BVB-Trainer Jürgen Klopp sicher auch nicht unrecht, wenn er verlangt, die Hasstiraden gegen Hopp nicht zu hoch zu hängen, damit werte man sie nur auf. Aber gerade sein BVB-Chef Watzke hatte dem Unflat im Vorfeld den Weg geebnet, und selbst der lebensklug-kritische Klartexter Klopp hat nicht den Mumm, ein Fußball-Tabu zu brechen: Den eigenen Fans zu sagen, dass sie armselige Irre sind, wenn sie sich wie armselige Irre verhalten, und dass einzelne aufgeputschte armselige Irre in der Masse zu schlimmsten Taten fähig sind.
Woher kommt der Hass? Doppelt angelegter Sozialneid, jener des Individuums auf den steinreichen Macher und der des Klubfans fußballspezifisch auf den Emporkömmling »Hoppenheim«? Der Mäzen ahnt es: »Viele von denen, die mich heute kritisieren, wären doch froh, wenn ich sie unterstützen würde. Die Leute in der Kurve, die mich mit widerlichsten Sprüchen beschimpfen, die würden mein Geld ja gerne haben.«
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Hopp lässt in Zuzenhausen, direkt neben Hoffenheim, ein allerfeinstes Fußball-Trainingszentrum bauen. Er investiert sein Geld in Know-how, das ist aller Ehren wert, sportlich sinnvoll und glaubwürdig zudem. Fast alle Hoffenheim-Profis hatten vor ihrer Hoffenheimer Zeit einen deutlich niedrigeren »Marktwert« (wenn überhaupt, ist ein solches Wort nur in Anführungszeichen zu schreiben) als aktuell, ein echtes Alleinstellungsmerkmal in einer Branche, in der Geld Tore schießen soll, indem man es in Stars investiert statt in die Voraussetzungen, Stars zu schaffen.
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In diesem Sinne steht ausgerechnet der Milliardär Hopp viel sinnfälliger für den wahren Sport als seine Kritiker aus der Waren-Welt des Sports, einige von ihnen Pleitiers, die viel Geld, das sie nicht mal haben, sinnlos verprassen und dann über mangelnde Chancengleichheit jammern. Und auch manchen, die eigenes Geld raushauen, möchte man zurufen: Tausendmal lieber Hopps Hoffenheim als Vauwees Wolfsburg!
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»Das wird sich legen, und die Ästhetik unseres Spiels wird die Banalität des Bösen besiegen«, glaubt Heiko Walkenhorst, Vorsitzender des Akademiker-Fanclubs Hoffenheim, über die Anfeindungen gegen Hopp. Auch kluge Menschen können irren. Aber sein Wort in des Fans Gehörgang! Und der hat bekanntlich direkte Verbindung zum Gehirn. (gw)
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29. November 2009 .
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Sport-Stammtisch
Erst Enke, dann die Wetten, jetzt Pechstein – der deutsche Sport hyperventiliert, und da ist es ganz nützlich, wenn ein langjähriger Leser unserer Kolumne einen unaufgeregten Blick von außen hat: »Ich befinde mich derzeit in Kalifornien und verfolge Ihre Kolumnen via Internet«, mailt Walther Roeber, der zur Enke-Tragik »hier in den USA an keiner einzigen Stelle auch nur einen winzigen Hinweis auf das für Deutschland so wichtige Ereignis gesehen« hat. »Genauso interessiert sich hier kein Mensch für irgendwelche wüsten Wetten auf Fußball-Nebensächlichkeiten. NBA, NHL, NFL und Baseball sind hier viel wichtiger, wobei ich beim Football inzwischen mehrfach gesehen habe, wie die Schiedsrichter sich in ein Kabäuschen zurückzogen, um strittige Entscheidungen per Video zu kontrollieren.«
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gw am
27. November 2009 .
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Anstoß (Agassis Bekenntnisse))
Kann ein glücklicher Mensch Wimbledon-Sieger werden? »Ich kann mir das nicht vorstellen.« Das Interview, kürzlich im »Spiegel«, beginnt mit einem Paukenschlag, denn es antwortet Andre Agassi, Wimbledon-Sieger und mit einer Wimbledon-Siegerin verheiratet.
»Ich hatte schon einigen Menschen gesagt, dass ich Tennis hasste, wirklich hasste, und alle hatten versucht, es mir auszureden. (…) Wissen Sie, was Stefanie geantwortet hat: ›Hassen wir es nicht alle?‹«
»Wir waren beide im Griff unserer Väter.« – Es gab Prügel?– »Ja.« – Es gab die Ballmaschine, die Sie den »Drachen« nannten? – »Ja. 2500 Bälle pro Tag, eine Million pro Jahr sollten mich unbesiegbar machen.«
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gw am
25. November 2009 .
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Ohne weitere Worte
Die Rede kommt auf die bis heute rätselhafte Frage, warum Christoph Daum damals überhaupt einen Test durchführen ließ, wo er doch wusste, dass er vermutlich positiv sein würde. Hoeneß sagt dazu. »Ich habe irgendwann gehört, dass es zuvor eine Untersuchung von befreundeten Ärzten gegeben hat – negativ. Als dann in Deutschland die offizielle Probe gemacht wurde, haben die Ärzte am Ende aber noch ein paar Schamhaare entnommen, die ja wesentlich langsamer wachsen. Und darauf war der Herr Daum nicht vorbereitet.« (SZ-Magazin)
»Beim FC Bayern lasse ich es nicht zu, dass unsere Scouts innerhalb Afrikas fliegen. Der beste Fußballer der Welt ist es nicht wert, dass einer unserer Angestellten stirbt.« (Uli Hoeneß im SZ-Magazin)
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gw am
23. November 2009 .
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