Archiv für August 2009
Sport-Stammtisch
Mit halbem Ohr höre ich im HR . . . nein, ich heiße ja nicht Holyfield, also noch einmal: Bevor ich zu meiner morgendlichen Tour aufs Rad steige, höre ich mit heilen, aber unaufmerksamen Ohren die Warnmeldung: »Vorsicht, auf der Landesstraße zwischen F. und E. sind drei Esel auf der Fahrbahn.«
Nun dürften Sie meine Fitness-Aktivitäten genauso wenig interessieren wie mich die drei Esel – wenn die morgendliche Rad-Tour nicht die Grundlage für diese Kolumne liefern würde, und für fast alle anderen zuvor. Denn immer wieder fragen interessierte Leser nach, wie der Schreiber an seine Sache rangeht. Heute verrat’ ich es. Es dauert ein bisschen, daher wird die Kolumne etwas länger als gewöhnlich, ist aber auch die letzte. Für gut zwei Wochen.
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gw am
29. August 2009 .
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30 Jahre Sport-Stammtisch: Ver-rückte Sportgeschichte/n (23./ K/ein Hohn!)
»Wieder einmal müssen prominente DDR-Sportler die Pflichtübung erfüllen, für die Volkskammer zu kandidieren. Diesmal sind es Kugelstoß-Olympiasiegerin Ilona Slupianek und Ski-Langläuferin Barbara Petzold. Etwas tiefer – wohl weil mit noch weniger Engagement – beginnen 400-m-Olympiasiegerin Marita Koch, Langhürdler Volker Beck, Kanute Rüdiger Helm und Ruderer Siegfried Brietzke, die für Bezirkstage in der DDR kandidieren (müssen?).« – Eine Notiz vom Mai 1981. Im Dienste des Sozialismus werden DDR-Sportler aber auch anderweitig aktiv. (K)ein Hohn!
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gw am
26. August 2009 .
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Eintracht-Tagebuch - Eintrag vom 26. August 2009
Liebes Eintracht-Tagebuch,
als ich ein Kind war, hat mein Vater irgendwann mal damit angefangen, mir Sagen vorzulesen. Was ich wunderbar fand! Mein Favorit damals war eine irische Sage, in der ein kleiner, rothaariger Troll mit blasser Haut in einer Höhle nahe eines kleinen Dorfes wohnte. Der Troll war ausgesprochen mutig und mitunter schon übertrieben waghalsig. Aber insgesamt war das prima so, denn diese Eigenschaften befähigten ihn, den Dorfbewohnern in bedrohlichen Situationen zu helfen. Wurde beispielsweise jemand von heimtückischen Räubern überfallen, erschien urplötzlich der Troll und klärte die Sache, indem er den Bösen irgendwas abbiss! Mal die Nase, mal einen Finger.
Da er unglaublich schnell und wendig und zudem auch noch mit einem leicht irren Blick ausgestattet war, gelang es ihm immer und immer wieder, die Fiesen in die Flucht zu jagen.
Und so erreichte der irische Troll im Dorf schon bald einen beachtlichen Bekanntheitsgrad und erfreute sich zudem großer Beliebtheit.
Allerdings war es bei ihm so wie bei vielen anderen Rothaarigen auch … ab und zu übertrieb er es einfach bei seinen Aktionen. Einmal zum Beispiel sprang er einem harmlosen, älteren Mann, der gerade einer gebrechlichen Frau aus der Kutsche helfen wollte, auf den Rücken, krallte sich an ihm fest und biss ihm in Windeseile beide Ohren ab. Als sich aber rausstellte, dass er diesmal mit dem friedfertigen Mann den Falschen »entohrt« hatte und man ihn deswegen zur Rede stellte, zuckte der Troll nur mit den Schultern. »Was wollt ihr denn, das kann doch jedem mal passieren! Seid lieber froh, dass ihr mich habt und ich nicht schon längst woanders hingegangen bin. Gute Beißer sind im ganzen Land gefragt!« Woraufhin einer der Einheimischen meinte: »Da hat er auch wieder recht!« – und man die Sache ab sofort auf sich beruhen ließ.
Ich weiß auch nicht genau, weshalb ich ausgerechnet über einen rothaarigen Troll plötzlich zu Patrick Ochs komme. Aber warum auch immer – was seinen Platzverweis in Köln angeht, werden wir es ähnlich halten wie die Dorfbewohner. Wir finden es zwar blöd, aber eben nicht unverzeihlich.
Tatsache ist aber, dass er der Mannschaft vier ganze Spiele spürbar fehlen wird! Zum Beispiel am Samstag gegen vermutlich hoch motivierte Dortmunder. Denn die könnten einen Dreier in der Fremde gut gebrauchen. Zumal ihr Saisonstart bislang keineswegs so verlaufen ist, wie sich das ihr klopporisierter Anhang eigentlich vorgestellt hat. Also wird das Spiel vermutlich eher kein Spaziergang, falls es so was in dieser Liga überhaupt noch für irgendjemanden gibt.
Andererseits wäre ein Eintracht-Sieg natürlich wunderbar, denn das würde bedeuten, dass wir uns auch weiterhin in den besonders vornehmen Räumen des Bundesliga-Schlosses aufhalten dürfen, bevor wir irgendwann sowieso wieder rüber ins Gesindehaus müssen.
Also habe ich versucht, mich aufgrund des Ausfalls von Ochs vor dem BVB-Spiel an weitere Sagen meiner Kindheit zu erinnern. Denn wenn schon die vom irischen Troll ihre »Wiederaufführung« erlebt hat, warum dann nicht auch andere? Zum Beispiel die von diesem halb mazedonischen, halb hessischen Drachentöter, der sein Dorf ohne große Selbstinszenierung, aber dafür dank ausgeprägter innerer Ruhe souverän vor den Angriffen aggressiver Flattermänner bewahrte. Oder die von jenem einsilbigen brasilianischen Ritter, der seine Gegner dank ausgefeilter Technik einfach ins Leere laufen ließ, um dann seinerseits geschickte Gegenangriffe zu starten.
Und natürlich auch vor allem jene griechische Sage, in der man einem sehr vollbärtigen Wilden die Rolle des Anführers geraubt hatte – und der, nach kurzer Wut, mit kühnen Heldentaten unterstrich, dass er genügend Größe hatte, um über so etwas zu stehen! Ja, liebes Tagebuch, die Umsetzung einer dieser Sagen wäre am Samstag bestimmt ausgesprochen hilfreich! Und ein »Best of…« aus allen noch besser! In diesem Sinne! Hendrik Nachtsheim
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Henni Nachtsheim am
25. August 2009 .
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Ohne weitere Worte
»Robert ist ein toller Hausmann. Er kann super kochen. Er macht jedes Mal fünf Portionen, viereinhalb für ihn, eine halbe für mich.« Die Folgen? Kay: »Er passt nicht mal mehr in die Badewanne, kann nur noch duschen.« (die Freundin des Diskus-Weltmeisters Harting in Bild)
»Wir erleben hier die Konstruktion eines bestimmten Typus von Athleten, in der unglückliche Äußerungen Reaktionen hervorrufen, über die geschrieben wird, die dann wiederum Reaktionen hervorrufen. Es entsteht sozusagen eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, aus der es kein Entkommen gibt, weil man aus einem Böse-Junge-Image gleich die nächste Schlagzeile produziert.« (Eike Emrich, DLV-Mannschaftsführer, im SZ-Interview zum Fall Harting)
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gw am
24. August 2009 .
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Montagsthemen
»Ich frage mich, was wir in der Vorbereitung falsch gemacht haben«, sagt Bayern-Trainer van Gaal und stellt damit das Musterexemplar einer rhetorischen Frage in den Raum: Er will keine Antwort hören, denn er kennt sie selbst am besten.
Alles haben die Bayern falsch gemacht. Vor der Saison. In gerade mal vier Wochen Vorbereitung auf die lange Spielzeit wurden zehn Schauspielchen (»Testspiele« wäre trainingsmethodisch viel zu hoch gegriffen) und weiterer Promotion-Schnickschnack absolviert, um das eigene Image und vor allem die Refinanzierung der immensen Ausgaben zu bedienen. Manchmal ist der wahre Sport der Ware Sport überlegen. Schön.
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gw am
23. August 2009 .
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