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SGExtra: Hessisch King Kong

Mögen Sie King-Kong-Filme? Ich total! Sowohl die älteren, noch in Schwarz-Weiß, als eben auch die neueren, in Farbe und mit modernen Special Effects ausgestattet. Aber egal wann ich welche Version auch gucke, ich habe eine ganz bestimmte Lieblingsszene. Und zwar die am Anfang, in der die blonde Frau von den Eingeborenen auf einer Art riesigen Altar festgebunden wird, bis sie vom Chef persönlich, also King Kong, abgeholt wird.
In der Nacht von letzten Freitag auf Samstag habe ich diese Szene sogar geträumt, allerdings leicht verfremdet. Statt der Blondine stand nämlich ein kleiner bibbernder Handkäs auf dem Opferaltar. Die Erde fing an zu beben, große Bäume wurden beiseitegeknickt wie Zahnstocher, und dann kam auch schon das Monster.
Allerdings war das in meinem Traum kein XXL-Affe, sondern eine meterhohe, behaarte und sehr furchteinflößende Maultasche. Die schnappte sich den armen wehrlosen Handkäs und verschwand mit ihm im dichten Urwald, um sich dort über ihn herzumachen.
Warum auch immer ich diese Version ausgerechnet vorm Spiel der Eintracht in Stuttgart geträumt habe, so schlimm ist es ja in der Realität nicht gekommen. Mit ein bisschen Glück und ein bisschen mehr Abgebrühtheit hätte die Eintracht dort sogar punkten können, und das wäre vollkommen in Ordnung gewesen. Und trotz der Niederlage tat es gut, mal wieder angedeutet zu bekommen, was unter besseren Bedingungen – sprich mit komplettem und vor allem gesundem Kader – vielleicht doch in dieser Saison spielerisch möglich gewesen wäre.
Jetzt kommt mit Borussia Dortmund der nächste Brocken. Und obwohl das Spiel erst am Samstag ist, habe ich bereits letzte Nacht schon wieder etwas geträumt, was möglicherweise – ich betone »möglicherweise« – mit dem Spiel zu tun haben könnte.
Wieder stand dieser kleine Handkäs auf dem Opferaltar, und wieder fing der Dschungel an zu beben. Erneut wurden Bäume locker weggeknickt, und schon erschien das Monster. Nur dass es diesmal keine Maultasche, sondern eine überdimensionale gelbschwarze Currywurst war, deren Gesicht eigenartigerweise dem von Jürgen Klopp ähnelte. Doch dann lief es anders als im Traum letzte Woche. Der Handkäs starrte nämlich derart entschlossen in die Augen der Currywurst, dass diese unsicher stehen blieb. Plötzlich trat aus dem Dickicht hinter ihm eine große Menschenmenge hervor, fast alle in rotschwarzer Kleidung, und laute Anfeuerungen schreiend. Doch gerade als der Handkäs sich über die Unterstützung freuen wollte, begann ein kleinerer Teil der Menge ihn auszubuhen und Dinge zu rufen wie »Wir wollen dich kämpfen sehn!« oder »Dein Trainer muss weg!« – was jetzt eigentlich in dieser Szene nicht unbedingt Sinn machte. Und genau in diesem Moment erschien eine große Wolke über der Menge, deren Schäfchenform sich urplötzlich in den Kopf von Alfred Pfaff verwandelte. Und während die rotschwarzen Menschen komplett vor Ehrfurcht erstarrten, schüttelte dieser verständnislos sein Haupt. Mit tiefer Stimme wandte er sich an die Buhfraktion: »Sach ma, tickt ihr eigentlich noch ganz rischtisch? Habt ihr net begriffe, um was es grad geht? Mit eurem saubleede Geschrei werd’s ganz bestimmt net besser sondern schlimmer! Außerdem hat der Handkäs des net verdient, der hat nämlich echt viel Pech gehabt in der letzten Zeit! Also hört jetzt gefälligst uff und schaltet euer Hirn ein! Sonst sorg ich dadefür, dass ab der neuen Saison de Heynckes kimmt!« Dann zog die Wolke langsam weiter, während die Menge sich vereinte, um gemeinsam die schwarzgelbe Currywurst in den Dschungel zurückzujagen! Und da lächelte der Handkäs, weil er auf einmal wusste, dass er kein wirklicher Loser war – und dass es irgendwann demnächst auch wieder bessere Zeiten geben würde! In diesem Sinne! Hendrik Nachtsheim

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Mittelhessenkrimi von gw