Montagsthemen (vom 20. Januar)

Wer nicht an das Christkind glaubt, dem ist der »Heiland« ein paar Wochen zu spät geboren. Selbst den Unfrommen stößt das  tumbe Wortspiel vom »Heiland Haaland« ab, das nicht nur von Bild in die Schlagzeile gehoben wird.
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Ich halte es lieber mit dem Chauffeur Xaver Zürn: »Heilandzack, dieser Haaland!« Er sagte  zwar (auf der Durchreise in Mittelhessen) »… dieses Gießen«, beziehungsweise Martin Walser ließ ihn … (weiter in der Rubrik rechts „gw-Beiträge Anstoß“)

Geschrieben von gw am 19. Januar 2020. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Schon früh war Misstrauen da

Sonntag, 19. Januar, 6.45 Uhr. Trocken, frisch. Frösteln beim Gang zum Briefkasten. Typisch Frühfrühling. Bilanz im dicksten meteorologischen Winter: 1x Schnee geschippt. Früh Salz gekauft. Eimer immer noch verschlossen. Wenigstens das tut der Umwelt gut.

Wieder ist ein „Baby“ von mir gestorben, im hohen Alter von 37 Jahren, vermutlich an Altersschwäche. Ich weiß es nicht, habe mich seit vielen Jahren nicht mehr gekümmert. Geboren wurde es nach der Idealvorstellung mancher AktivistInnen, ohne Zutun eines Partners. Den „Siebenkampf für Sportexperten“ hat Kollege Ronny  jahrelang aufopferungsvoll betreut und am Samstag in der Zeitung beerdigt. Das Licht der Welt erblickte er im März 1983, nach langer, schwerer Geburt, denn ich dachte monatelang nach, wie ich ein Sporträtsel einführen könnte, das ungewöhnlich ist, nirgendwo abgeschaut wurde, das Kennerschaft voraussetzt und lange, lange laufen könnte. Es wurde ein Renner, die Resonanz überwältigend, in den ersten Jahren kamen Woche für Woche über 1000 Einsendungen, die ich ganz alleine auswertete, meistens nach Redaktionsschluss in der Nacht zum Montag.

Wie viele meiner Zeitungs-Babys übergab ich den Siebenkampf später anderen Bezugspersonen. Wehmütig, aber auch erleichtert, denn das gab Freiraum  für  neue Babys und andere Projekte. Nur „Wer bin ich?“ begleitete ich solo von der Wiege bis zur Bahre. Beim täglichen „Anstoß“ mit seiner speziellen Stoßrichtung auf Leser, die am Sportteil eher uninteressiert vorbeiblättern, konzipierte  ich 1995 im Urlaub auf Lesbos, stellte ihn meiner allerliebsten Zielgruppe vor (die gleich mit KKKK kommen wird, Kaffee, Kuchen, Knicks und Kuss), die ihn wohlwollend prüfte und für gut befand (später übernahm sie ein weiteres gw-Baby, den „Meinungstreff“). Den „Anstoß“ schrieb ich jahrelang Tag für Tag alleine, ehe Michael Humboldt die Freitags-Kolumne übernahm und Literaten wie Otto A. Böhmer, Matthias Altenburg und vor allem Matthias  Beltz (der auch den Kontakt zu Henni Nachtsheim herstellte) den „Anstoß“ veredelten. Mittlerweile schreibe ich nur noch zwei Kolumnen pro Woche, mit abnehmender Tendenz.

Da schreibe ich am frühen Sonntagmorgen im langsamen, unkontrollierten Flow des noch schläfrigen Kopfes an dem Thema vorbei, das ich eigentlich anreißen wollte und daher gleich in die Überschrift gepackt hatte: „Schon früh war Misstrauen da“. Hat was mit Kenia, einem früheren, sehr renommierten Fachjournalisten, der FAZ, den Orgelpfeifen und der Muskelschmelze zu tun. Jetzt keine Zeit mehr, KKKK-Zeit naht. Mal sehen, ob ich es nachher in die Montagsthemen reinbringen kann. Die sollten eigentlich diesmal aus kurzen, wie hingetupften Sentenzen bestehen, mit Stichworten wie „ethnische Teams“, „Parieren“, „Timo“, „Heilandzack!“, „Femin“, „Schrittfehler“ oder eben dem Misstrauen, das früh da war, auch wenn ich mich freute (alter Beltz-Spruch), bei ihm ging es um  den 4. Juli 1954, bei mir um das Misstrauen gegenüber dem eigenen Metier und … auch mir gegenüber.  Mal sehen, was daraus wird.

 

Geschrieben von gw am 19. Januar 2020. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Sport-Stammtisch (vom 18. Januar)

Alter »Anstoß« zur Bundesliga-Saison: »Wer gewinnt das große Duell München gegen Dortmund. Etwa Leipzig?« Aus Ulk wird Ernst, vor dem Anstoß zur zweiten Halbzeit sehen Umfragen Leipzig vorn.
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Wer verliert im Abstiegskampf? Paderborn, Köln? Oder etwa …? Nee, nee, nee. Lieber schnell das Thema wechseln. »Wie verwandelt« haben sie gespielt, unsere Handballer, »wie ausgewechselt«. Die Schlagzeilen gleichen sich, wie schon die negativen zuvor. Vorsicht, Jungs! Bei Rückverwandlung … (weiter in der Rubrik rechts „gw-Beiträge Anstoß“)

Geschrieben von gw am 17. Januar 2020. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Prof. Peter Schubert: Abschied von „Wer bin ich?“

Abschied von „Wer bin ich?“; dies nun auch schwarz auf weiß in meiner Wetterauer Zeitung bestätigt zu finden, das ist Anlass herzlich zu danken für eine Herausforderung, die ich selten einmal ganz unmittelbar auf Wissen gestützt oder durch systematisches Vorgehen bewältigt habe, die aber versprach, über gewundene und auch falsche Wege unverhofft doch auf eine Lösung zu stoßen. Kurz: „Wer bin ich?“ immer wieder eine Modellsituation für Problemlösungswege.
Oder lieber einfach gesagt: eine vergnügliche Herausforderung, auf die ich nun leider verzichten muss; bliebe nur, wenn jetzt nicht mehr nach anderen gefragt wird, „Wer bin ich?“ immer mal wieder für sich selbst zu beantworten.

Verzichten muss ich aber hoffentlich noch lange nicht auf Ihre ‚anstoß’gebenden, frühstücksabrundenden Texte. (Prof. Peter Schubert/Friedberg)

Geschrieben von gw am 12. Januar 2020. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox.

Dr. Sylvia Börgens: WBI-Erinnerungen

Keine Sentimentalitäten, nur ein paar Erinnerungen:

1990 beteiligte ich mich, damals „junge Mutter“ eines Dreijährigen und eines neugeborenen Mädchens, erstmals an einem Rätsel von Ihnen anlässlich der Fußball-WM in Italien; das über mehrere Runden zu ermittelnde Lösungswort hieß CALCIO. Ich gewann einen von zehn Bildbänden über die damals neuen östlichen Bundesländer. Jetzt werden wir in zwei Monaten unsere Tochter in Potsdam zu ihrem 30. Geburtstag besuchen…
Die erste zu ratende Person bei WBI war Ottmar Walter, ziemlich einfach, es gab viele Einsendungen. Den gab’s dann gegen Ende noch mal, das einzige Mal in den letzten Jahren, dass ich mich beteiligte; aber das war vielleicht ein Versehen von Ihnen?
Die zweite „Person“ war Halla. Da saß ich im Zug nach Mainz zu einer Fortbildung, grübelte über diese verflixte Reiterin, bis ich eine plötzliche Eingebung hatte: Nicht der Mensch, sondern das Tier war gefragt! Ich musste laut lachen und erntete irritierte Blicke meiner Mitreisenden.
Als ich haarscharf an der richtigen Lösung Gunter Thiersch vorbeischrammte, habe ich mich so geärgert, dass ich mich in mein „künstliches Gebiss gesetzt hätte, wenn ich eines hätte“.
Ihre Hinweise auf sängerische Ambitionen der gesuchten Sportler brachte mich auf allerhand kuriose bis peinliche Produktionen der Betreffenden, z.B. „Und Amor läuft mit“ von Carl Kaufmann „…mich lacht die Liebe an, selbst in Teheran!“ – au weia.
Die nicht seltenen Ausflüge in die Mythologie weckten besonders meinen Ehrgeiz. Ihre Erwähnung der Peloponnes erinnerte mich an folgendes: Bei einem Urlaub am Bodensee hatte ich mich so verbissen, dass ich ab halb sechs in der Frühe grübelte. Und wieder stieg irgendwo aus Hinterstübchen meines Gedächtnisses die Lösung, die ich in Gedichtform brachte:
„Im Wagenrennen zu betrügen/ mit Rossen, die gen Himmel fliegen,/und Oinomaos zu besiegen,/ war wohl dem Pelops einst gelungen./ Den Myrtilos, den er gedungen/ als des anderen Chauffeur,/ warf er bei Geraistos ins Meer./ Sein Vater, auch von schlechten Sitten,/ hatt‘ ihn in Stücke einst geschnitten/ und so der Götterschar serviert./ Die ham den Schaden repariert/ und ihn verbannt zum Tartaros,/ wo er sich quält, der Tantalos./ Die Gegend dieser Schauersage/ heißt Peloponnes bis heutzutage.“ Danach habe ich Brötchen geholt. (Dr. Sylvia Börgens/Geisenheim)

Geschrieben von gw am 12. Januar 2020. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox.