Der Muskelzucker (WBI-Auflösung vom 27. April)

Welcher »Selbstoptimierer« wurde kürzlich medial wieder zum Leben erweckt? Statt Pfarrer zu werden, ging er zum Zirkus, reiste später mit seiner Solo-Schau um die Welt, revolutionierte seinen Sport, stellte Rekorde auf (49,5), war ein Medienstar seiner Zeit, und der »Oscar«, der in seinem ureigenen Sport vergeben wird, dieser »Oscar« – das ist er. Neben diesen und anderen gab es noch einen letzten Tipp: Die sportlich-musikalische Übung, mit der zwei Männer vor Jahren einen legendären »Wetten, dass?«-Auftritt hatten, die beherrschte er als Erster, in Perfektion. – Wer wurde gesucht? Nicht Houdini, Paul Mündner oder Yul Brynner, sondern … Eugen Sandow, an dem sogar einige spitzenplatzierte WBI-Könner scheiterten.
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»Wo gibt es mehr ›Selbstoptimierung‹, ›Performance‹, ›Image‹ oder ›Ego-Tuning‹ als bei den Body-Buildern? So führen die Eingangs-Statements schnell in diese Richtung« (Klaus-Dieter Willers). – »Die 49,5 cm und die sportlich-musikalische Übung aus »Wetten, dass …?« wiesen mir diesmal den Weg, der trotzdem kein leichter war. Dieser ›Oscar‹ (›Mr. Olympia’) – das ist Eugen Sandow, geboren 1867 in Königsberg als Friedrich Wilhelm Müller, der ›Urvater‹ des Bodybuildings« (Dieter Neil).
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»Ihre bübischen Anspielungen konnten mich nur kurzfristig in die Irre führe. Als Mathematikerfrau weiß ich, dass sich die Längenangabe ›49,5 cm‹ auch auf einen Umfang beziehen kann, nämlich den Oberarmumfang von Eugen Sandow. An den ›Wetten, dass’-Auftritt der beiden Bodybuilder, deren Musculi pectorales im Takt von Popsongs zuckten, habe ich mich dann auch wieder erinnert« (Dr. Sylvia Börgens).
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»Puhhhhhhhhh, was für eine Arbeit!« (Uwe-Karsten Hoffmann), »wo führen sie uns denn noch so hin? Wieder einmal habe ich Stunden investiert« (Jens Roggenbuck). »Wie schon so oft, habe ich durch ihr Rätsel viel gelernt, vielen Dank!« (Beate Dachauer). »Sie haben mich wieder toll unterhalten, informiert und dazu auch noch neugierig gemacht« (Thomas Buch).
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Eine erste Jahres-Gesamtwertung folgt nach der dritten WBI-Runde. In der zweiten Runde errieten, nein, ermittelten diese 23 WBI-Könner den Gesuchten:
Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Thomas Buch (Friedberg), Beate Dachauer (Butzbach), Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Peter Hett (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Michael Jungfleisch-Drecoll, Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Jens Roggenbuck (Staufenberg-Mainzlar), Walther Roeber (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Horst-Günter Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Martina Wenzel (Wöllstadt), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke). – Glückwunsch und: Respekt!  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Geschrieben von gw am 26. April 2017. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox.

Herbert E. Schmitt: Wer-wen?-Beispiel

Für Ihre Sammlung Subjekt/Objekt-Verdreher ist mir ein schönes Beispiel untergekommen. In der FNP heißt es in einem Artikel über die Terminplattform Doctena: “Über doctena können Patienten einen Termin bei mehr als 2000 Ärzten online buchen. Rund um die Uhr und in Echtzeit. Jetzt hat das Portal ein hessisches Unternehmen gekauft. (Herbert E. Schmitt/Bad Nauheim)

Geschrieben von gw am 25. April 2017. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox.

Burkhard Schwinde: “Eloise”

Die Pop-Hymne “Eloise” von Barry Ryan befindet sich auf einer Doppel-CD “Die erfolgreichsten Pop-Hymnen aller Zeiten” aus einer RTL Chart Show. Auf besagter CD ist ein noch grösserer Pop-Epos: “Music” von John Miles. (Burkhard Schwinde/Bad Nauheim)

Geschrieben von gw am 24. April 2017. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox.

Montag, 24. April, 9.25 Uhr

Kurz vor einer Rad-Tagestour die OWW-Kolumne beendet. Jetzt muss ich nur noch den versprochenen Sternmull nachholen, dann geht’s los. Hoffentlich ist es dann schon etwas wärmer als beim Hundespaziergang: 1 Grad!

 

Der Sternmull-Artikel von dpa in Zitaten zusammengefasst:

22 fingerförmige Hautanhänge auf der Schnauze lassen den Sternmull oder auch Sternnasenmaulwurf (Condylura cristata) recht bizarr aussehen.

«Sternmulle können Futter (meist Käfer) in weniger als zwei Zehntel einer Sekunde identifizieren und auffressen, ihre Entscheidung, ob etwas fressbar ist oder nicht, fällt in acht Millisekunden», erklärt Kenneth Catania von der Vanderbilt University in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee). Eine derart extreme Fressgeschwindigkeit sei von keinem anderen Säugetier weltweit bekannt.

«Das charakteristische Sternorgan an der Schnauze der Maulwürfe besitzt mehr als 100 000 Nervenfasern – fünfmal mehr als es für den Tastsinn in der menschlichen Hand gibt, alle gepackt auf eine Fläche von der Größe einer Fingerspitze», so Catania. Die Haut des Tentakelkranzes sei so feinfühlig, dass es bisher nicht gelungen sei, den kleinsten noch Neuronen aktivierenden Reiz auszumachen. «Der Stern ist das empfindlichste bei Säugetieren bekannte Tastorgan.»

Sternmulle sind fast blind. Wenn die etwa 50 Gramm wiegenden Tiere durch ihre Gänge kriechen, «schauen» sie sich mit ihrem Nasenstern um, indem sie ihn unermüdlich und rasend schnell bewegen – so schnell, dass die Tentakel für menschliche Beobachter kaum mehr zu erkennen sind

«Sternmulle sind ein Paradebeispiel für extreme evolutionäre Anpassungen», so Catania. Mit ihren schaufelartigen Vorderbeinen graben sie demnach Gänge dicht unter der Oberfläche in nassem Gelände und im morastigen Boden von Seen und Tümpeln. Auch am Grund von Bächen stöbern sie nach Insekten – und sie können unter Wasser riechen.

 

Interessanter Text. Aber ist er überhaupt irgendwo erschienen?

 

Geschrieben von gw am 24. April 2017. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Ohne weitere Worte (vom 25. April)

In einer Zeit, in der Donald Trump im Weißen Haus sitzt und Facebook daran arbeitet, Gedanken zu lesen, sollte einen eigentlich nichts mehr wundern. Und dennoch ist der wahrscheinliche Hintergrund des Anschlags auf den Bus von Borussia Dortmund dermaßen absurd, dass die Tat selbst heute, da das Absurde normal zu werden scheint, besonders hervorsticht. (…) Interessant bei diesem Szenario (…) ist das Zusammenspiel von handwerklicher Professionalität, krimineller Energie, Skrupellosigkeit und weit in die Blödheit changierendem Dilettantismus. (Kurt Kister in der Süddeutschen Zeitung)
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Rummenigge (…) hat eine wahre Tirade auf den ungarischen Unparteiischen (…) abgelassen. Nach einer »unglücklichen, unverdienten, bitteren« Niederlage. Gemach, gemach. Sind den Bayern nicht in beiden Partien zwei zumindest fragwürdige Elfmeter zugesprochen worden? (…) Wahre Größe zeigt sich halt immer erst in der Niederlage. (Frank Hellmann in der Frankfurter Rundschau)
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Ach, werter Herr Rummenigge. (…) Dabei haben Sie solch ein Vorgehen vor einigen Jahren verurteilt. Erinnern Sie sich? Das DFB-Pokalfinale 2014. (Anm.: Hummels-Kopfball für Dortmund gegen Bayern hinter der Linie, aber nicht anerkannt). Und was haben Sie danach gesagt: »Es ist unerträglich, in welchem Maße die Unparteiischen, die nicht auf Wiederholung, Zeitlupen und sogar mathematische Berechnungen zurückgreifen können, öffentlich an den Pranger gestellt werde. Dies kann und sollte künftig verhindert werden.« (Michael Wittershagen in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Im freien Fall (Schlagzeile in der Frankfurter Rundschau vor dem Spiel gegen Augsburg)
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Happyend im Stadtwald (FR-Schlagzeile nach dem Spiel)
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Niko spielte (…) erst in Zehlendorf, dann für die Hertha (…). Schon damals war er mit seiner heutigen Frau Kristina zusammen. »Ich fühle mich wohl, wenn etwas lange anhält«, sagt Kovac. »Heute verlassen die Menschen so schnell das Gewohnte, fast wie Getriebene, nur um das Wenige, was sie noch nicht kennen, auch noch zu entdecken. Ich muss mich geborgen fühlen, das gibt mir Sicherheit.« (Cathrin Gilbert in der Zeit, den Eintracht-Trainer zitierend)
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Formen Sie aus Fußballprofis bessere Menschen? – »Zumindest Menschen, die besser reflektieren können.« – Ist es nicht auch ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft, dass wir vermehrt Leute wie Sie brauchen? – »Ja, das ist so.« (Michael Micic, Coach für Persönlichkeitsentwicklung, im Kicker-Interview)
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»Er ist genauso groß und schlägt genauso hart. Auch er ist Olympiasieger. Im Grunde boxe ich gegen mein Ebenbild.« (Wladimir Klitschko im Sport-Bild-Interview über Anthony Joshua, seinen Gegner am kommenden Samstag im Londoner  Wembley-Stadion)
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Ich verehrte Teofilo Stevenson, einen kubanischen Schwergewichtsboxer. Stevenson verweigerte eine Millionengage für einen Kampf gegen Muhammad Ali, den er – davon war ich überzeugt – gewonnen hätte. Er boxe nicht für Geld, sagte er. Er boxe nur für sein Volk. Jahre später habe ich ihn in Kuba besucht, ein älterer, großer Herr, der seltsam schief lief und nur unter der Bedingung mit mir reden wollte, dass ich ihm 200 Dollar gebe. Das hat mein Heldenkonzept ins Wanken gebracht. (Alexander Osang im Spiegel)
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Sollten Sie (…) verlieren: Hören Sie dann auf? – »Nächste Frage.« (Klitschko/Sport-Bild)
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Das Osnabrücker Marienhospital wollte eine junge Frau anzünden, die sich nun vor dem Landgericht Osnabrück verantworten muss. (aus der Neuen Osnabrücker Zeitung, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Geschrieben von gw am 24. April 2017. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt, gw-Beiträge Kultur.

Baumhausbeichte - Novelle