Anstoss (Caster und Balian)

Bei den Europameisterschaften in Barcelona treten die Leichtathleten in zwei Klassen an: Männer und Frauen. Da Frauen seit geraumer Zeit auch stabhochspringen und hammerwerfen dürfen, bestreiten Männer und Frauen bis auf wenige Ausnahmen die gleichen Wettbewerbe. Dass die Frauen über niedrigere Hürden laufen und mit leichteren Geräten werfen (zum Beispiel mit dem halb so schweren 1-kg-Diskus), stört nur Emanzipations-Fundamentalistinnen. So weit, so gut.

So gut? Der Fall Caster Semenya hat eine aktuelle Diskussion über die Frau im Sport in Gang gesetzt. Aktuell? In frühen »Anstoß«-Jahren lagerte ich allzu Provozierendes in die Polemik-Kolumne »Kontra« aus, zum Beispiel »Bizarres Ghetto Frauensport«. Fazit: Man sollte die Klassentrennung aufheben, denn »schließlich werden auch Nobelpreise nicht nach Geschlechtern getrennt vergeben, interessiert in Kunst, Literatur und Wissenschaft nur die Leistung, nicht das Geschlecht der Leistenden.«

Geschrieben von gw am 28. Juli 2010. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Am Kiosk von Dr. Sport (Quetschemembach)

Tuffi und Zombi sind alte Kumpel von Paul Spohrd, genannt »Dr. Sport«. So heißt auch Spohrds Kiosk, an dem er vor seinen beiden Stammgästen Monologe hält über Gott und die Welt, vor allem aber über die Frankfurter Eintracht.

Geschrieben von gw am 27. Juli 2010. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Ohne weitere Worte

Für Spanien reichte es (…) nicht. – »Weil sie nach hinten gelaufen sind, genauso wie die Holländer im Finale. Es war das einzige Spiel, in dem die Deutschen nicht angegriffen haben. Das war schade.« – Hätten Sie offensiver gespielt? – »Natürlich. Spanien hat nicht so viele schnelle Spieler, die in die Tiefe gehen. Wenn sie weit weg vom Tor gehalten werden, bringt ihr Kombinationsspiel nichts.« (Louis van Gaal im Kicker-Interview)

Es kehren nicht gleich die Verhältnisse wieder, wie sie einst Reiner Calmund geschaffen hatte, die Kontobewegungen werden wohl etwas kontrollierter vor sich gehen, so ließe sich das vorsichtig formulieren. (Die Welt über Leverkusens Sponsor Bayer-AG)

Geschrieben von gw am 26. Juli 2010. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Montagsthemen

Erst die Fußballer, dann der Tennisspieler, jetzt der Radfahrer – die Spanier gewinnen einfach alles, und langsam wundern sich zweifelnd auch die zuvor bewundernd Staunenden. Anderswo beginnen die Diskussionen, aber bei uns enden sie, denn wir wollen die Leser nicht mit endlosen Wiederholungen langweilen.

Warum gab es bei der Tour 2010 (vorerst) keinen Dopingfall? Vermutung: Aus dem gleichen Grund, warum es in Wimbledon und bei der Formel 1 so »sauber« zugeht. »CC«, und du hast den Tiger im Tank.

Geschrieben von gw am 25. Juli 2010. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

Nach-Lese (Was bleibt von Böll?/24. Juli 2010)

»Der gute Mensch von Köln« (Süddeutsche Zeitung) begleitete zwei oder drei Generationen junger Lesender durch die frühe bis in die späte Bonner Republik, ein »Pionier des Mainstreams« (Welt am Sonntag) mit der »Wut des Gutmenschen« (Frankfurter Rundschau): Heinrich Böll, der vor 25 Jahren gestorbene Literatur-Nobelpreisträger, heiß geliebt von den einen, wütend verachtet von anderen wie Franz Josef Strauß (»Schmeißfliege«) oder Ludwig Erhard (»Pinscher«).

Geschrieben von gw am 23. Juli 2010. Abgelegt unter gw-Beiträge Anstoß.

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Mittelhessenkrimi von gw