Ungetwittert

… „billijär“. Wenn die Tussi in der Werbung das Wörtchen „billiger“ ausspricht … das Grauen, das Grauen.

Geschrieben von gw am 19. März 2019. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Dienstag, 19. März, 18.00 Uhr

Entwarnung: Zwar sehe ich heute im Gegensatz zu gestern ein Warnschild („Hochwasser“), vermute aber richtig, dass es längst abgelaufen ist, und so ist es auch. Wie in Wetzlar an der Dill, beim Rohrverladelager. Dort komme ich auf der 50-km-Tour immer am Rohrlager von Buderus vorbei, wo ich vor 50 Jahren in den Semesterferien gejobbt hatte. Nichts hat sich geändert, nur sind die Rohre nicht mehr schwarz, sondern blau.

 

Geschrieben von gw am 19. März 2019. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Montag, 18. März, 17.55 Uhr

Danke, HR. Euer Regenradar ist ein Segen für uns Radfahrer. Vorhin dank HR eineinhalb Stunden zwischen abziehendem Hagel und heraufziehendem Starkregen gefahren und trocken geblieben.

Nein, stimmt nicht. Nur von oben trocken. Achtung, liebe Auch-Radler: Hinter Gießen und vor den Dutenhofener Seen ist der Radweg auf etwa 200 Meter überschwemmt. Ich dachte, es sind nur zwei, drei Zentimeter, fahre langsam hinein … und sinke immer tiefer. In der Mitte geht mir das Wasser fast bis zu den Knien. Augen auf und durch. Danach noch eine Stunde mit klatschnassen Socken und klatschnassen Schuhen gefahren. Soeben die Eisbeine geduscht. Erst tausend Nadelstiche, langsam wird es wohlig warm.

Ist ja hochinteressant … sorry. Kontrastprogramm: Wenn Sie einmal begeistert staunen wollen, googeln Sie bitte mit den Suchwörtern „Messi“ und „Sevilla“. Das dritte Tor des Zauberzwergs (auch das erste, der Freistoß-Strahl, ist ein Hit) ist ein Kunstwerk aus einer anderen Welt. Sogar die Heimzuschauer in Sevilla, die ganze Tribüne, applaudieren eine Minute lang.

Ronaldo kann man zähneknirschend bewundern, aber wenn er in den Spiegel schaut, was er ja oft tun soll, und ihn fragt, wer denn der Beste ist, wird ihm der Spiegel jedes Mal antworten: Du bist als Erdling ja ganz gut, aber hinter der Sonne, in der Milchstraße, spielt ein Milchbubi ohne Muskeln, mit hängenden Schultern, und der ist galaktisch viel besser als du.

Dass Messi seinen Zwergen-Hipster-Zauselbart abrasiert hat, kommt noch positiv hinzu.

Geschrieben von gw am 18. März 2019. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Sonntag, 17. März, 6.35 Uhr

Der Saisonauftakt naht, für den ersten Wettkampf muss ich melden, aber wo und wie? Quälend lange wälze ich das Problem hin und her, bevor ich und der erlösende Gedanke aus den Nebeln der Nacht aufsteigen: Junge, du bist 71 und nicht 17, du meldest nicht mehr, dir reichen ein paar Liegestütz im Keller und das freie Radfahren in der Natur und mit E-Motor.

Wenn ich Alterswettkämpfer sehe, zwiespältelts in mir. Einerseits Respekt, andererseits: Ich möchte nicht mit 80 die 100 Meter in 25 Sekunden wanken oder die Drei-Kilo-Kugel 12 Meter weit stoßen oder 1,11 m hochspringen, in kurzen Sprinterhöschen, maximalem Ehrgeiz und Seniorenmeistertiteln aufs Trikot genäht. Zum Glück ist mein Traum vom Meldetermin nur ein Traum und nicht das Leben.

Das ist kein Hochmut (siehe: Respekt), sondern Gleichmut. Alles zu seiner Zeit. Nicht nur im Sport. Auch in den anderen Bereichen des Lebens, die früher zu den wichtigen gehörten.

Momentan fährt Vettel. Beim letzten Blick auf den Liveticker war er Dritter mit acht Sekunden Rückstand. Ich hatte ihn und Ferrari schon seit ein paar Tagen auf dem Themenzettel. Weil ich die Vorausberichte und Prognosen als Deja-vu empfand. Letzte Saison war es ähnlich. Und dann machte es pffft, die Luft war raus und Mercedes ungefährdet vorn. Ich hätte also den großen Besserwisser gespielt. Wie beim BVB. Da stand auf dem Zettel, dass in Berlin die Vorentscheidung fallen werde. Für die Bayern. Und dann hielt Reus den Fuß hin, genialer als der geniale Fußhinhalter Alex Meier. Bei dem und St. Pauli scheint die Luft auch raus zu sein. So viel zu meinen Fähigkeiten als oberschlauer Sportkenner. Womöglich startet sogar Vettel  noch durch. Ich würde es ihm gönnen. Nicht wegen der Formel 1, die interessiert mich nicht. Wegen Vettel, weil er ein prima Junge zu sein scheint, Hesse und Eintracht-Fan obendrein. Wo fährt er den jetzt? Mal schnell auf den Liveticker auf dem Smartphone neben mir schauen … schon 17 Sekunden zurück. In dieser Zeit laufe ich 100 Meter. Schätze ich. Testen werde ich es nicht. Denke nicht im Traum daran.

Aufmacher in der FAS: „Gleicher Lohn? Frauen verdienen weniger als Männer.“ Immer wieder dieses statistisch manipulierende Thema. Frauen verdienen nicht weniger als Männer, Lehrerinnen nicht, Redakteurinnen nicht usw. Oder gibt es etwa unterschiedliche Tarife? Es geht nur um die Erfolgschancen (und den Erfolgswillen) in den gleich gut oder schlecht bezahlten Jobs. Ich habe es, als ich noch mitverantwortlich war, immer als Manko angesehen, dass wir keine Sportredakteurinnen hatten. Aus fachlichen und atmosphärischen Gründen. Wenn ein Mann und eine Frau sich für den selben Job beworben hätten, ich hätte der Frau einen Bonus gegeben, einen deutlichen. Nur hat sich nie eine Frau beworben. Das ist das Problem, in Sportredaktionen wie anderswo. Nicht der Lohn, sondern die Rahmenbedingungen und die immer noch im Schnitt unterschiedlichen Lebenspläne, -hoffnungen und -voraussetzungen.

Auf dem Montagsthemen-Zettel: Klopp-HSV-Bayer-Bundeskanzler / Trautmann-Iverson-WBI / Klosterhalfen-Reh / Luitz / Michael Jackson / Hand / Börsenbild / Engelchen.

Ach ja, Engelchen oder die Jungfrau von Bamberg. Vor 50 Jahren verknallt in Gila von Weitershausen. Als Engelchen zeigte sie kurz den nackten Rücken. Wie aufregend! Heute gucken Elfjährige Pornos auf dem Tablet. Gila von Weitershausen wird in dieser Woche 75. Für mich Fake-News.

Jetzt kommt mein Engelchen. KKKK. Und noch ein K.

 

Geschrieben von gw am 17. März 2019. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.

Freitag, 15. März, 12.30 Uhr

Sport-Stammtisch steht online, natürlich mit Eintracht-Eloge (und am Schluss mit Eiern und Titten …). Auch der progressive Alttag ist ja (seit gestern) erledigt. Heute mal was ganz anderes. Leserbrief in der (in meiner) Gießener Allgemeinen. Tenor: Die Medienberichterstattung über Fukushima war und ist eine Katastrophe, zumal sie sich nur  auf Greenpeace und IPPNW (Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs) beruft. Wahr sei, nur als Beispiel, laut kompetenter anderer wissenschaftlicher Organisationen: „Die etwa 90 000 dauerhaft evakuierten Personen haben durch die Evakuierung im Mittel  etwa eine Dosis eingespart, die einer CT-Röntgen-Untersuchung pro Jahr entspricht.“

Ist das zu glauben? Wäre ein Hammer. Oder sind es Fake News? Von einem obskuren Menschen, irgendeinem Westen-Demonstranten, einem abgedrehten Identitären, AfD-Typen, Klimawandel-Leugner oder Berufs-Renitenten?

Absender: Prof. Joachim Breckow, Vorsitzender Deutsche Strahlenschutzkommission, Gießen.

Und das ist dann ein echter „Hammer“. Der Mann ist ja wohl über jeden fachlichen Zweifel erhaben. Bin mal gespannt, ob die Kollegen den Leserbrief aufgreifen, mit Prof. Breckow sprechen und seine Thesen angemessen, also groß aufgemacht redaktionell öffentlich machen.

Eine eigene Meinung dazu habe ich nicht. Bin ja nicht größenwahnsinnig. Woher soll ich als Laie wissen, was richtig ist? Ich weiß nur: Das müsste überregional ausdiskutiert werden und nicht in einem lokalen Leserbrief stecken bleiben.

 

Geschrieben von gw am 15. März 2019. Abgelegt unter Blog – Sport, Gott und die Welt.